Sich trennen, um zu überleben

Sicher hast Du Dir die Frage gestellt, wo und wie deine entfernten Familienangehörigen leben und ob es ihnen überhaupt gut geht? Wahrscheinlich hattest Du schonmal diesen einzigartigen Drang sie zu besuchen um einen Teil in ihrem Leben zu sein oder vielleicht auch nur als Gast.

Vor zwei Tagen bin ich aus Florenz zurück gereist. Dort habe ich einen direkten Cousin aus der Ferne mit seiner Frau getroffen, den ich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Die wenigen Male, die wir uns im Leben getroffen haben, kann man nicht einmal an einer Hand abzählen – und doch: aus allen Himmeln gefallen fühlten wir uns nah. Wir entdeckten Gemeinsamkeiten und lachten darüber, obwohl wir nie in derselben Stadt, nicht einmal die ganze Kindheit im selben Land gelebt haben. Wir sprachen auch über unsere Urgrosseltern. Wer weiss etwas? Was trieb sie wohl zur Auswanderung? Ich selber werde demnächst in dieses Land meiner Urgrosseltern reisen, um in mir nachzuspüren, vielleicht um Antworten zu finden. Psychische Erkrankung und schwere Schicksale sind in meiner Familie mütterlicherseits und väterlicherseits vorhanden. Wie oft fühle ich mich aufgerufen, für die nächsten Generationen möglichst viel aufzulösen. Zu welchem Grad das gelingen wird, weiss nur die Zukunft.

 

Welche Themen kennst Du aus Deiner Familie, die sich durch mehrere Generationen durchziehen? Schicksal und Hoffnung liegen oft nahe beieinander. Worüber würdest Du gerne mehr wissen? Noch bis 05. Juli (Fristverlängerung) hast Du Zeit, uns die Botschaft, die Dir am Herzen liegt, zukommen zu lassen. Bitte schreibt uns via Blog, Postkarte und Mail (auch anonym), damit wir Eure Fragen und Anliegen für den internationalen Kongress “Psychische Gesundheit aus der Generationenperspektive”, 17.-19. August 2016, in Basel aufnehmen und würdig vertreten können. Die Aktion ist also in wenigen Tagen beendet! Wer Lust hat, kann sich gleich auch mit einem eigenen Statement für einen kurzen Filmdreh anmelden. Erzählt es weiter! Wir freuen uns riesig über jegliche Teilnahme, gleich hier im Kommentar.

Bloggerin: Stephanie Ventling

Youtube-Video mit Stephanie Ventling:

Wir suchen deine Stimme – mach mit!

Stephanie_YB Thumbnail

Postkarte_Stimme d. Betroffenen

Auf nach Basel: sich berühren und bewegen lassen!

Als Nicht-Basler bekenne ich mich schon seit jeher zu Basel. Mir gefallen die vielen guten Cafés, der Spaziergang am Rhein, das Tinguely-Museum, der lässige Dialekt und die Gelassenheit der Menschen. Ja, Basel ist immer eine Reise wert. Aber in diesem Sommer ist es ein MUST nach Basel zu reisen!

Im Rahmen des Kongresses (www.psy-congress.ch) öffnen sich am Freitag Nachmittag (19. August) die Türen für alle. Gratis. Mit einem einzigartigen Programm!

Am Anfang steht ein trialogisches Gespräch, moderiert von Stephanie Ventling.  Mit Ruedi Josuran, Betroffener einer Depression, er erzählt über seine Erfahrungen und seinen Genesungsweg. Und Bianca Sissig, Ex Miss Schweiz, die gerade mit ihren als Buch („Ich glaubte immer an die Kraft in mir“) erschienen Lebenserzählungen, die Bestseller-Listen stürmt. Sie berichtet authentisch über ihren Weg an der Seite einer schwer depressiven Mutter. Ergänzt wird der Talk durch Sibylle Glauser, die als langjährige Fachfrau in der UPD Bern, Einblicke in den Alltag der Psychiatrie ermöglicht.

Im Anschluss widmet sich dann ein politisches Forum (moderiert von Mona Vetsch) der Frage, was wir aus dem Kongress für Lehren ziehen und welche dringlichen Massnahmen sich für die Schweiz daraus ergeben. Denn gerade jetzt, wo es sich abzeichnet, dass Dank der Initiative von Ständerat Joachim Eder (er ist Teilnehmer am Podium), demnächst durch die Erhöhung der Abgaben aus dem Krankenversicherungsgesetz mehr Mittel für Projekte und Prävention im Bereich Psychische Gesundheit zur Verfügung stehen werden, ist es wichtig, dass eine breite Diskussion über die sinn- und wirkungsvolle Verteilung der Gelder lanciert wird.

Schliesslich endet der Nachmittag mit einem Highlight: Als exklusive, europaweite Vorpremiere, zeigen wir den Dokumentar-Film CrazyWise (www.crazywisefilm.com). Auf eindrückliche Weise zeigt dieser Film, wie das Wissen von indigenen Völkern oft mit unseren westlichen Ansätzen von psychischer Gesundheit kollidiert. Anhand persönlicher Erfahrungen von porträtierten Menschen wird gezeigt, wie eine psychologische Krise in eine positive Erfahrung transformiert werden kann. Eine Inspiration entlang vielerlei Grenzen, ehrlich, spirituell, engagiert. Die „Macher“ des Films, Phil Borges und Kevin Tomlinson, erwarten wir als Gäste zu einem spannenden Gespräch.

Also: Ich bin überzeugt, dass es sich lohnt am 19.8.2016 nach Basel zu fahren, sich informieren und berühren zu lassen, seine Meinung einzubringen. Und da wir diese Veranstaltung für das breite Publikum öffnen und kostenlos anbieten, gibt es keine Ausreden mehr! Ich freue mich DICH/SIE zu sehen!

Blogger: Marcel Wisler


Melden Sie sich kostenlos zum Freitagnachmittag am PSY-Kongress an:

Anmeldungsformular

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Stimmen der Angehörigen

„Psychische Gesundheit aus der Generationenperspektive“ – das Thema des Jahreskongresses der Schweizer Psychiater und Psychiaterinnen, der im August in Basel stattfinden wird, ist Musik in meinen Ohren als Angehörige eines Menschen, der seit vielen Jahren mit einer psychischen Erkrankung kämpft.

Endlich sind auch die Angehörigen mit im Boot, wenn Fachpersonen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse erörtern. Psychische Erkrankungen werfen ihren Schatten über die ganze Familie und machen auch nicht Halt vor Generationenstufen.  Weder mein erkrankter Bruder noch ich haben uns die Rolle eines von einer psychischen Erkrankung Betroffenen noch die einer Angehörigen freiwillig ausgewählt. Das Schicksal hat einfach zugeschlagen. Seine Erkrankung hat die Biographie unserer Eltern  und auch mein Leben stark geprägt. Auch meine Söhne waren als Kinder zeitweise verunsichert, wenn sie meinen sorgenvollen Blick spürten, meine Angst, dass auch sie erkranken könnten.

Pro Mente Sana bietet am Jahreskongress in Basel Betroffenen und Angehörigen die Gelegenheit, der Ärzteschaft ihre Anliegen, Anregungen oder kritischen Äusserungen in Form kurzer Videosequenzen kund zu tun. Diese einmalige Gelegenheit dürfen wir Angehörigen uns auf keinen Fall entgehen lassen! Deshalb liebe Angehörige, nutzt die Gunst der Stunde und schreibt uns, was Euch bewegt, was Ihr Euch für Euch und Eure erkrankten Familienmitglieder wünscht. Jede Stimme zählt!

Bloggerin: Sibylle Glauser

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Was ist meine Motivation eine „elektronische“ Peer-Beraterin zu sein?

1200 Zeichen – Das ist die Vorgabe für meine Antwort auf die im Titel gestellte Frage. Meine Stärke liegt nicht in der Kürze. Drum steigt mein Stresspegel gerad ein wenig an.

Und jetzt? Tief durchatmen, Füsse auf den Boden, bei mir bleiben. Zum Glück bewegen sich meine Finger auf der Tastatur weiter.

Tja, ich nehme mir gerne Zeit für Gespräche als Peer, als Coach, als „private“ Person bis anhin vor allem gegenüber sitzend oder telefonisch kabelnd. Ehrlich gesagt kann ich mich auf dem schriftlichen Weg unbefangener ausdrücken. Ich gehe davon aus, dass auch andere so funktionieren.

Seit August 2015 bietet Pro Mente Sana ergänzend zur telefonischen Beratung die e-Beratung an. Speziell daran ist, dass neben den Fachpersonen auch „Peers“ beraten, Menschen, die eigene Krankheits- und Gesundungswege gegangen sind und weitergehen und nun ihr Erfahrungswissen teilen möchten.

Ich bin einer dieser Menschen und möchte Betroffene bestärken, ihren Recoveryweg zu (be-) gehen. Ich möchte sie unterstützen, nicht aufzugeben, auch wenn Stolpersteine im Weg liegen, es Rückschritte gibt. Umwege können / müssen nötig sein, meiner Meinung nach erhöhen sie sogar die Orientierung.

Ja, es kann leichter fallen, sich schriftlich mitzuteilen. Ich kann für mich sagen, dass ich Vieles schon besser verstehen und angehen kann, wenn ich es zu Papier gebracht habe. Dann ist es „da“. Schreiben ist für mich eine Form von Selbsthilfe.

So. Das sind meine Beweggründe, „E-Beraterin“ zu sein übrigens auch für Angehörige und Fachpersonen. Nun schliesse ich meinen Blog und bin froh, nach einem „Zeichenzahl-Upgrade“ gefragt zu haben, das erspart mir ein unnötig schlechtes Gewissen. 🙂

Liebe LeserInnen, nutzt den Austausch mit uns Peer-BeraterInnen! Geteilte Erfahrungen können neue Kräfte frei setzen.

Bloggerin: Lesly Luff

 


e-Beratung Pro Mente Sana

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