Kategorie-Archiv: Sicht der Angehörigen

Trialog – Perspektivenwechsel und Erfahrungsaustausch

„So ein Perspektivenwechsel ist Balsam für die Seele“, denke ich und räkle mich auf meinem Liegestuhl. Mein Blick verliert sich in der Weite der Ägäis und lässt mich den oft hektischen Alltag vergessen.

Um Perspektivenwechsel geht es aber nicht nur, wenn Ferien angesagt sind. Auch der Trialog bietet Raum für einen Perspektivenwechsel, wenn es um das Erleben einer psychischen Erkrankung geht, sei dies aus der Sicht von Betroffenen, Angehörigen oder Fachpersonen.

Der Trialog ist eine Veranstaltung, an der psychisch erkrankte Menschen, Angehörige und Fachpersonen gemeinsam teilnehmen. Der gegenseitige gleichberichtigte Austausch auf Augenhöhe ermöglicht einen Zugewinn an Verständnis für die unterschiedlichen Sichtweisen und eröffnet neue Blickwinkel auf viele Aspekte im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung. Es ist das Ziel des Trialog, durch den Erfahrungsaustausch voneinander zu lernen.

Ich selbst profitiere immer wieder aufs Neue von der Teilnahme am Trialog und zwar unabhängig davon, welches Krankheitsbild im Fokus steht. Im Trialog werden Themen angesprochen, die mich nicht nur in meiner Rolle als Angehörige sondern ganz allgemein als menschliches Wesen berühren und beschäftigen: das Bewusstwerden um die eigene Verletzlichkeit, Sinnfindung im Leben und vieles mehr.

Ich kann den Trialog nur weiterempfehlen, auch den Ärzten!

Sonnige Grüsse aus Griechenland

Bloggerin: Sibylle Glauser


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Stimmen der Angehörigen

„Psychische Gesundheit aus der Generationenperspektive“ – das Thema des Jahreskongresses der Schweizer Psychiater und Psychiaterinnen, der im August in Basel stattfinden wird, ist Musik in meinen Ohren als Angehörige eines Menschen, der seit vielen Jahren mit einer psychischen Erkrankung kämpft.

Endlich sind auch die Angehörigen mit im Boot, wenn Fachpersonen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse erörtern. Psychische Erkrankungen werfen ihren Schatten über die ganze Familie und machen auch nicht Halt vor Generationenstufen.  Weder mein erkrankter Bruder noch ich haben uns die Rolle eines von einer psychischen Erkrankung Betroffenen noch die einer Angehörigen freiwillig ausgewählt. Das Schicksal hat einfach zugeschlagen. Seine Erkrankung hat die Biographie unserer Eltern  und auch mein Leben stark geprägt. Auch meine Söhne waren als Kinder zeitweise verunsichert, wenn sie meinen sorgenvollen Blick spürten, meine Angst, dass auch sie erkranken könnten.

Pro Mente Sana bietet am Jahreskongress in Basel Betroffenen und Angehörigen die Gelegenheit, der Ärzteschaft ihre Anliegen, Anregungen oder kritischen Äusserungen in Form kurzer Videosequenzen kund zu tun. Diese einmalige Gelegenheit dürfen wir Angehörigen uns auf keinen Fall entgehen lassen! Deshalb liebe Angehörige, nutzt die Gunst der Stunde und schreibt uns, was Euch bewegt, was Ihr Euch für Euch und Eure erkrankten Familienmitglieder wünscht. Jede Stimme zählt!

Bloggerin: Sibylle Glauser

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